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Geschichte

Postkarte aus dem Jahr 1907

Postkarte aus dem Jahr 1907 (Sammlung Kreisarchiv Paderborn)

Postkarte aus dem Jahr 1924

Postkarte aus dem Jahr 1924 (Sammlung Thomas Schulze)

Ebbinghausen in den 1930ern

Ebbinghausen Mitte der 1930er Jahre (Sammlung Familie Igges)

Prozession 1945

Fronleichnamsprozession 1945 (Sammlung Familie Igges)

Ebbinghausen 1970er Jahre

Blick auf das Dorf in den 1970er Jahren mit dem damals neu eröffneten Vitaltotel Ortberg (heute Seniorenresidenz Lichtenau, Sammlung Heinrich-Karl Hillebrand)

Ebbinghausen 1990er Jahre

Ebbinghausen in den 1990er Jahren (Sammlung Familie Schulze)


Im Jahre 2012 haben wir in Ebbinghausen das 800-jährige Bestehen unseres Dorfes gefeiert. Anlässlich dieses Jubiläums hat unser damaliger Ortsheimatpfleger Karl-Josef Hüster die wechselvolle Geschichte unseres Ortes in Form eines Gedichtes Revue passieren lassen:

 

„Heimat ist Heimat – sei sie noch so klein“,

wo immer du bist, deine Heimat bleibt dein.

Heimat ist dort, wo wir von Vätern und Ahnen
Traditionen ehren und bewahren.

 

Hier triffst Du Menschen, dörflich vereint,
ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund!

Dass unser Dorf auch in Zukunft besteht,
dafür müssen wir sorgen, damit's weiter- geht.

 

Menschen gab's hier schon vor sehr vielen Jahren,
das kann man an Funden aus der Steinzeit erfahren.

Hügelgräber liegen nördlich im Wald,
aus der Bronzezeit – dreitausend Jahre alt.

 

Viel später die Sachsen hierher kamenund dieses Land in Besitz für sich nahmen.
Bei allen Dörfern wo hinten „-inghausen“ erklingt,
ist typisch, dass sie sächsischen Ursprungs sind.

 

Wie ist es zum Namensteil „Ebbing“ gekommen?
„Ebbing“ hat seinen Ursprung aus „Ebbe“ genommen.
Könnte es sein, dass schon im sechshundertsten Jahr
das ein Hinweis auf die trockene Sauer war?

 

Dann kam die Zeit, die Karl dem Großen gehörte,
der alle Sachsen zu fränkischen Christen bekehrte.
Wer nicht wollte wie er, den macht' er kurzerhand platt.
Das war für uns Christen kein Ruhmesblatt!

 

Wie unser Dorf diesen Zwist überstand,
ist uns heute nicht mehr bekannt.
Wir können vermuten, was die Franken berührte:
Ob die Sauer zur Taufe auch Wasser führte!

 

Der große Kaiser, das ist unbestritten,
ist mehrmals bei uns nah vorbeigeritten.
Auf dem Königsweg, via regia genannt,
auch als „Autobahn“ des Mittelalters bekannt.

 

Man schrieb zwölfhundertzwölf im Jahre des Herrn,
voll Freude und Jubel verkünden wir gern,
dass Ebbinghausen am Sauerstrand
zum ersten Mal in einer Urkunde stand.

 

So woll'n wir nun feiern und heiter sein!
Stimmt alle in unseren Freudenruf ein:
Der Schöpfer soll liebevoll uns bewahren!
Schön, dass es uns gibt – seit achthundert Jahren!

 

Karl-Josef Hüster


Wie in diesem Gedicht beschrieben, wurde Ebbinghausen im Jahre 1212 zum ersten Mal urkundlich erwähnt (vgl. Landesarchiv Münster: Findbuch A233 I Urkunde 2). In einer Urkunde des Stiftes auf dem Berge zu Herford, einem großen Frauenstift, das zur damaligen Zeit in enger Verbindung zur Reichsabtei Corvey stand, ist von einem Ritter Heinrich von Ebbinghausen die Rede. Dieser Ritter, in der Urkunde „Henricus de Ebbinegenhusen“, hatte einen Hof zu Lehen getragen.

 

Die weitere Geschichte Ebbinghausens ist eng verbunden mit dem nahe gelegenen Lichtenau. So gehörte Ebbinghausen vermutlich schon zur damaligen Pfarrei Kerkdorp, aus der die heutige Pfarrei Lichtenau hervorging (vgl. G. Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren (1974)).

 

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Ebbinghausen eine eigene Schule (vgl. H. Weber: Zur Geschichte der Pfarrei Lichtenau (Heimatbuch des Kreises Büren 1930)). Diese wurde 1969 aufgelöst. Seitdem gehen die Ebbinghäuser Kinder in Lichtenau zur Schule.

 

Im Jahre 1869 begann der Bau der Kapelle St. Maria Immaculata. Diese wurde 1871 geweiht. Vor dieser Zeit mussten die Dorfbewohner zum Gottesdienst den beschwerlichen Weg zur Pfarrkirche nach Lichtenau bewältigen.

 

Besonders nach dem zweiten Weltkrieg florierte in Ebbinghausen der Fremdenverkehr. Neben zahlreichen kleineren und größeren Pensionen und Gaststätten wurde 1972 das Vital-Hotel Ortberg eröffnet. Dieses Luxushotel verfügte über 70 Betten sowie Konferenz- und Tagungsräume für bis zu 120 Personen. Im Jahre 1980 wurde aus dem Hotel ein Seniorenheim (vgl. A. Igges: Ein Haus am Ortberg im Wandel der Zeit (Lichtenauer Heimatblätter Nr. 3, 1998)). Die heutige Seniorenresidenz Lichtenau ist dieser Bestimmung treu geblieben.

 

Neben der Seniorenresidenz Lichtenau bietet auch das Pflegeheim Haus Sprute in Ebbinghausen seit mehreren Jahrzehnten die Betreuung für Senioren sowie chronisch-psychisch- und suchtkranke Personen an.

 

Ebbinghausen ist nach wie vor stark durch die Landwirtschaft geprägt. Diese hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Während noch vor einigen Jahrzehnten nahezu jede Familie Landwirtschaft betrieb, sind es heute nur noch wenige, dafür größere Betriebe, die die Ebbinghäuser Flur bewirtschaften.


Ende der 1990er Jahre entstand das Neubaugebiet an der Sommerricke. Bereits ein paar Jahre zuvor wurde in dessen unmittelbarer Nachbarschaft ein Kinderspielplatz eingerichtet.

 

Nach dem großen Dorfjubiläum 2012 planen die Ebbinghäuser gerade das 150-jährige Weihejubiläum der Kapelle im November 2021.

wappen ebbinghausen

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